Gemeinsam für starke Milchzähne

Kind Daumen hoch zeigen

Welche Funktion haben Milchzähne?

Auch wenn die Milchzähne irgendwann von den bleibenden verdrängt werden, sind sie mehr als eine Zwischenlösung im Kinder-Gebiss. Sie leisten einen wichtigen Beitrag für die gesunde Entwicklung von Kiefer und Zähnen. Ein frühzeitiger Verlust von Milchzähnen sollte deshalb unbedingt verhindert werden.

Milchzähne sind wichtiger, als viele denken: Zerstörte oder vorzeitig verlorene Milchzähne erschweren nicht nur die korrekte Zuordnung der Zähne im bleibenden Gebiss, sondern führen auch zu Störungen in der Entwicklung eines Kindes. Das Milchgebiss ist das einzige „Organ“, das der Mensch komplett einmalig erneuert und ersetzt.

Der Name erklärt sich einerseits durch die bläulich-weiße Farbe der Milchzähne (d. h., sie sind milchähnlich gefärbt im Gegensatz zum eher gelblichen bleibenden Gebiss), andererseits durch die in der ersten Lebensphase typische Ernährung mit Muttermilch.

Milchzähne halten den Platz frei

 

Die Zahn-Premiere findet meistens zwischen dem sechsten und neunten Monat statt. Pro Kiefer brechen vier Milchschneidezähne, zwei Milcheckzähne und vier Milchbackenzähne durch. Erst mit etwa sieben Jahren stoßen die bleibenden Zähne hinzu. Bis dahin halten die Milchzähne den Platz im Gebiss frei.

Fällt ein Milchzahn zu früh aus, können die Nachbarzähne in die Lücke kippen und dem bleibenden Zahn den Platz wegnehmen. Außerdem ist ein Milchzahnverlust schlecht für die Knochenentwicklung im Kiefer. Dort fehlt an der Stelle die Belastung, weshalb sich der Knochen zurückzieht oder gar nicht erst richtig ausbildet.

 

Die größte Gefahr ist Karies

 

Meistens gehen Milchzähne durch Karies verloren, weil ihr Zahnschmelz im Vergleich zu bleibenden Zähnen sehr dünn ist. Ihnen fehlt es also an ausreichend Schutz gegen Bakterien. Die Zahnpflege bei Milchzähnen ist deshalb besonders wichtig. Ab dem ersten Milchzahn heißt es deshalb für die Eltern: Zähne putzen beim Junior!

Und sollte ein Milchzahn doch einmal nicht bis zum Durchbruch der bleibenden Zähne im Gebiss bleiben, hilft der Zahnarzt mit speziellen Platzhaltern.

Im Zuge des natürlichen Schädelwachstums ist das kindliche (meist nächtliche) Zähneknirschen (Bruxismus) normal und sinnvoll, auch wenn es sich manchmal für Eltern bedrohlich anhört. Es trägt zum richtigen Kieferwachstum bei. Das Milchgebiss ist von Natur aus ein Abrasionsgebiss. Die Prävalenz wird bei Kindern mit 14−17 % angegeben.  Ab dem Zahnwechsel sollen die Kinder allerdings damit aufhören. Für Bruxismus gibt es physische und psychische Ursachen wie beispielsweise Zahnfehlstellungen und Stress. Letzterer muss durch geeignete Entspannungsverfahren behandelt werden. Eine Entwöhnung vom Knirschen ist beim Erwachsenen häufig schwierig. Eine Knirscherschiene ist im Kindergebiss nicht angezeigt, da sie das Kieferwachstum behindern würde.

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